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1. Die Schweiz auf einer Bühne des Welttheaters |
"Europa in der Schweiz" |
3. Die Völker und ihr Staat |
2. Die Welt, in der wir lebenZwei Kräfte wirken in unserem Denken und Handeln: die Individualisierung des Menschen und die Säkularisierung als seine Lebenssaat im Irdisch-Zeitlichen. („Europa in der Schweiz“ Kapitel B 8., Abschnitt 1 ;C 3 b. Abs. 5 ; C 5 a.; E 5 Abs. 3; F 3 g.; G 6 c.; H 2 a.; H 3 c.). Der Mensch baut sich seine Welt. Was er sät ist eine Angelegenheit seines Bewusstseins. In den letzten Jahrhunderten hatte sich in Europa eine Umstimmung durchgesetzt, durch die die Natur eine grössere Bedeutung erhielt. Naturwissenschaft und Technik ergriffen immer grössere Bereiche unseres Lebens, unterstützt vom Bemächtigungsdrang nach Sachen und Prozessen. Sachzwecke erfordern zentralisierende Organisation mit rationalem Arbeiten: die Folgen sind Oekonomisierung des Lebens, Standardisierung, Vorrang der Wirtschaft mit Marktfundamentalismus und einseitiger Globalisierung, Ausbeutung von Erde und Menschen. Je mehr Sachzwecke unserm Leben Sinn geben, umso mehr Sachzwänge bedrängen uns: Herrschaftsstreben breitet sich aus und kann sich anscheinend sachlich legitimieren. So erstaunlich die Wirkungen dieser Verhaltensweise auch sind im Hinblick auf Güterversorgung und Lebenshilfen, so ungünstig sind die Auswirkungen auf den Menschen und sein Gemeinschaftsleben. Die Macher dominieren; alles soll vor allem grösser, schneller, billiger und profitabler werden. Da entsteht der Gedanke des exponentiellen Wachstums, der ausserhalb des menschlichen Lebens nirgends verwirklicht ist und darum zerstörerisch wirkt. In den gesellschaftlichen Verhältnissen bürgert sich Nivellierung ein; Anpassung, Einordnung, Druck und Vereinheitlichung machen das Leben ärmer. Einigung „von oben her“ bedeutet Herrschaft und da wird dann Vielfalt Schwäche, Gewaltenteilung langsam abgebaut, und Demokratie wird zum billigen Schlagwort. Neofeudale Verhältnisse breiten sich aus, wecken Aggressionen, gefährden die innere und äussere Sicherheit, rufen dem Überwachungsstaat. Die offene Gesellschaft mit ihrem Freiheitsangebot wird schwächer und erscheint Vielen als fragwürdig und unbequem. An diesen Symptomen lassen sich die dringendsten Zeitaufgaben ablesen: die zerstörerischen Elemente durch aufbauende ersetzen. Wir müssen die zentralisierenden Grossgebilde überwinden mittels Assoziation – Partizipation – Gegenseitigkeit, also: „Erziehung durch Beteiligung“. Wir müssen Demokratie als Volkspädagogik neu lernen und leben. Wir brauchen eine Globalisierung der Zusammenarbeit. Der Friede in der Welt ist nur zu begründen als Weg für alle! Das ferne Ziel liegt schon heute darin, den freien und verantwortlichen Einzelmenschen herauszurufen. |
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